Von Ingrid Gerstbach

Vielleicht kennen Sie das auch aus Ihrer Praxis: It's time to brainstorm! Das hat vor kurzem bei einem unserer Kunden bedeutet, dass alle Experten aus demselben Dunstkreis zusammensitzen und nach einer Lösung suchen. Nun haben wir einen Workshop der anderen Art begleitet: Dabei gibt es keine Lösungsvorschläge eines homogenen Teams mehr, sondern die schöpferische Kraft aus dem heterogenen Kollektiv setzt sich zusammen, um Innovationen zu erfinden. Wobei: Setzen stimmt so nicht: Vielmehr gibt es Stehtische, Whiteboards, Post-its und jede Menge Lego Steine.

In sechs iterativen Schritten (verstehen, beobachten, Ideen entwickeln, Prototypen entwerfen, direkt auf der Straße testen und verfeinern) wird nun viel ausprobiert, verbessert und verworfen. Diese dynamische Arbeitsweise verlangt nach einem besonderem Arbeitsklima, einer guten Vorbereitung und einer professionellen Begleitung.

Ich habe die Rückmeldung bekommen, dass der 3h Workshop unglaublich produktiv war und eine Menge an Aha-Effekte ausgelöst hat. Das freut mich natürlich sehr, aber ohne Offenheit und einer Portion Mut von den TeilnehmerInnen wäre das nicht möglich gewesen.  

Damit es bei Ihrem nächsten Meeting auch klappt, hier noch ein paar "Regel-Vorschläge" (angelehnt an dem hervorragendem Werk "Durch die Decke denken"):

The quantity is it.

In der ersten Phase zählt vor allem die Quantität, und nicht, wie zumeist üblich, die Qualität der Vorschläge. Der erste Einfall ist in den wenigsten Fällen die genialste Lösung.

There are no good ideas.

Nur weil die Idee vom Chef kommt, ist sie nicht automatisch als gut zu bewerten...

Think human centered.

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch als Nutzer. Egal, ob es der Kunde, die Kollegen oder die Partner sind.

Be visual.

Schnell erklärt: Arbeite visuell und nutze alle Utensilien dafür.

Fail early and often.

Sehen Sie Schwachstellen als das, was sie sind: Chancen. Deswegen versuchen Sie schon zu Beginn eines Projekts aus Fehlern zu lernen und verdammen Sie sich nicht!

Leave titles at the door.

Titel bleiben vor der Tür, genauso wie altes Hierarchie-Denken. Alle sind auf Augenhöhe und sprechen sich mit "Du" an.

Avoid criticism.

Bewertet wird erst zum Schluss, Kritik ist gerade in der Anfangsphase ein No-go.

Let's have fun!

Design Thinking sollte nicht mit einer großen Party verwechselt werden. Das Endergebnis sollte ja letzten Endes ein konkretes Ergebnis sein  und nicht ein paar lustige Stunden mit den Kollegen. Aber dennoch ist es wichtig, Spaß zu haben - das eine muss das andere nicht ausschließen.

Build on ideas of others.

Ideen werden besser, wenn sie kombiniert werden. Also nutzen Sie Ansätze von anderen, um die Ideen weiterzuspinnen.

Dare to be wild!

Die Ideenfindung kann durchaus wild sein, in der Phase des Prototypen und des Testens ist man schnell wieder in der Realität angelangt. Also fördere wilde Ideen!

Und zu guter letzt, aber am wichtigsten: Don’t talk. Do!

Sprich nicht dauernd darüber, mach es einfach.

Haben Sie bereits Erfahrung mit Design Thinking oder brauchen Sie Unterstützung dabei? Ich freue mich auf jeden Fall von Ihnen zu hören!