Von Ingrid Gerstbach

Wurden Sie in Meetings oder bei anderen Gelegenheiten dazu aufgefordert "outside the box" zu denken? Gar nicht so einfach. Das ist fast so wie dazu aufgefordert zu werden, spontan zu sein... Wie kann man dieser Aufforderung "mal kurz kreativ zu sein" nachkommen?

Passend zum Thema Kreativität haben die Wissenschaftler sich ein außergewöhnliches Experiment ausgedacht. Warum nicht einfach mal Gesagtes zum Thema Kreativität aus dem Alltag nehmen und dieses 1:1 wortwörtlich umsetzen?
Gesagt, getan. Das Ergebnis: Einige umgesetzte Metaphern lassen tatsächlich die Kreativität fließen!  Warum? Scheinbar wird durch die körperliche Aktivität psychologische Prozesse aktiviert, die wiederum unbekannte und kreative Lösungen auf den Plan rufen.

Outside oder inside the box

Mein Lieblingsexperiment: Probanden setzten sich in einen oder neben einen 150x150cm großen Karton, sodass sie das Gefühl hatten entweder "inside" oder "outside the box" zu sein. Den unwissenden TeilnehmerInnen wurde dann gesagt, dass dies eine Studie über verschiedene Arbeitsumgebungen sei. Jede Person musste in ihrer momentanen Umgebung einen Test absolvieren, der die kreativen Eigenschaften auslotete. Das Ergebnis: Diejenigen, die außerhalb der Box waren, hatten bessere Ergebnisse als diejenigen, die innerhalb der Box saßen. Ob das vielleicht mit Klaustrophobie im Zusammenhang steht, ist allerdings nicht überliefert ;)

Auf jeden Fall zeigte diese Studie, dass Menschen, die Metaphern wortwörtlich in Aktivitäten umgewandelt haben, mehr konvergentes, lösungsorientiertes Denken aufwiesen.
 

Wer sich nicht unbedingt in eine oder auch außerhalb einer Kiste sperren will, wenn er gerade nach einer Lösung sucht oder seine Gedanken ordnen will, dem empfehle ich einen Wechsel der Umgebung oder einen einfach einen Spaziergang in der freien Natur zu machen und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.