Von Ingrid Gerstbach

Langsam ist es geschafft: Coaching wird nicht mehr als Makel gesehen. Das ist gut so, denn ein externer Berater von außen kann helfen, sich intern über mögliche Entscheidungswege und deren Konsequenzen bewusst zu werden.

Vor ein paar Tagen stand ein Manager eines großen Unternehmens mit mehr als 100 Mitarbeitern vor mir und erzählte offen über die überraschenden Umstrukturierungsplänen für seine Abteilung und wie sehr ihn das verunsichert hätte. "Ich habe keine Ahnung, wie ich das meinen Mitarbeitern sagen soll." Hinzu kam, dass er selbst nur mäßig überzeugt von seinen eigenen Kompetenzen und seinen Kommunikationsfähigkeiten war.

Die Chemie zwischen uns hat gestimmt - das ist eine der wesentlichsten Faktoren in einem Coaching. Eine Umfrage zum Thema individuelles Coaching für Führungskräfte der Executive Partners Group zeigte, dass 74 Prozent der Personalverantwortlichen in börsennotierten Unternehmen Coaching für die oberste Führungsebene fördern.

Was ist Coaching?

Coaching ist immer individuell und stellt den Klienten und dessen besondere Situation in den Mittelpunkt. Der Berater fungiert als neutraler Feedbackgeber, indem er den Klienten begleitet und persönliche Ratschläge als Unterstützung mit gibt. Es werden aber nicht einfach nur Tipps dabei gegeben, sondern der Klient findet sich in einem aktiven Reflexionsprozess wieder, in dem er seine persönlichen Verhaltensweisen und Reaktionsmuster, Zusammenhänge oder unbeachtete Umweltfaktoren bewusst ansieht und diskutiert.

Wie erkenne ich einen guten Coach?

Seriöse Coaches erkennen Sie daran, dass Sie eine anerkannte Coaching-Ausbildung haben oder eine psychologische Ausbildung. Der Coach sollte den Klienten immer auf Augenhöhe begegnen, schließlich ist der Klient auch derjenige, der die Lösung bereits in sich trägt. Hat der Coach auch noch eine eigene Managementerfahrung, kann er nicht nur aus Theorie, sondern auch aus der Praxis berichten, was sehr hilfreich ist. Wichtig ist, dass Sie Vertrauen zu ihm oder ihr aufbauen können und sich in einer angenehmen Situation wiederfinden, in der Sie offen reden können.

Gründe für ein Coaching

Gründe, einen Coach zu Rate zu ziehen, gibt es mehr als genug. Meistens will sich jemand auf neue Aufgaben vorbereiten oder seine Führungskompetenz und Arbeitsmethoden verbessern.
Durch die schnelllebige Zeit, in der wir leben, sind alle einem enormen Leistungsdruck ausgesetzt, die oft auch Existenzängste auslöst. Diese zu reflektieren und neue Fähigkeiten zu erarbeiten, hilft im Wettbewerb. Über persönliche Ängste und Sorgen mit Kollegen zu sprechen, bleibt allerdings für viele ein no-go. Dabei sei es wichtig, dass sich auch Führungskräfte ihren Gefühlen und Ängsten in Krisensituationen stellten.

Coaching ist eine Chance, daran zu wachsen.