Von Ingrid Gerstbach

So spannend und lustig auch die Arbeit an kreativen Prototypen ist - oft herrscht gerade beim Management eine Unsicherheit, dass es bei dem Ideenspinnen bleibt und die Umsetzbarkeit auf der Strecke festsitzt. Dabei lassen sich mit Design Thinking nicht nur Lösungskonstrukte genieren, sondern nachhaltige Ziele, die vorher unerreichbar erschienen, mit Leichtigkeit erreichen.

Egal, ob sich die Umsetzung auf Ergebnisse einzelner Workshops bezieht oder ob eine konkrete Weiterentwicklungen des Unternehmens im Sinne von Design Thinking im Vordergrund steht - beachten Sie dabei folgende Ansätze:

Rahmenhandlung

In jedem Unternehmen gibt es gewisse Bedingungen und Einschränkungen, die beachtet werden müssen. So sind zum Beispiel manches Mal Innovationen nur auf dem Papier erwünscht, aber das Management ist eventuell noch nicht bereit für eine Veränderung und unterstützt deswegen den Prozess nicht so wie erhofft.

Schon bevor Sie einen Workshop oder eine Design Thinking Maßnahme planen, prüfen Sie deswegen im Vorfeld, wie das Management dazu steht und inwieweit die Anwendung von Design Thinking in Ihr Unternehmen passt.

Qualität durch Kompetenz

Design Thinking ist für mich mehr eine Haltung und ein inneres Mindset und weniger eine Methode. Wer noch nicht in den Genuss einer Session oder einer Maßnahme gekommen ist, sollte sich auf alle Fälle von einem erfahrenen Design Thinking Moderator oder Coach begleiten lassen.

Dieser sollte die einzelnen Arbeitsschritte im Prozess erläutern und das Team motivieren, aber auch mal bremsen. Im Vordergrund steht im Design Thinking Prozess das Kollektiv: Der erfahrene Blick von Außen sichert auch mögliche Bewertungen oder erfolgreiche Neuausrichtungen. Ein erfahrener Design Thinking Coach wird auch darauf achten, dass die Arbeitsphasen divergierend (neue Ideen und Erkenntnisse) oder konvergierend (Priorisierung und Auswahl von Lösungen), je nach Aufgabenstellung, durchgeführt werden.

Bedürfnisorientiert

User Experience und Usability sind nicht nur leere Schlagworte, sondern der Kern, um den sich bei Design Thinking alles dreht. Was nutzt die kreativste Lösung, wenn der Kunde sie nicht will oder versteht? Profitizieren Sie aus dem breiten Portfolio bereits etablierte Methoden und Vorgehensweisen. Die Palette ist riesig und reicht von Beobachtungen über Videodokumentationen bis hin zu Gruppeninterviews und -analysen.

Um Ihr Ergebnis zu sichern, ist das Nonplusultra zu verstehen, wie Ihr Gegenüber tickt. Dazu reicht es nicht, Annahmen aufzustellen und von diesen dann blind und unhinterfragt auszugehen. Steigen Sie in die Welt des Anderen ein: Blicken Sie durch seine Brille und erleben Sie die Welt des Kunden/Mitarbeiters/Kollegen! In den meisten Fällen reicht bereits ein Interview, um den Benutzer besser kennenzulernen und seine Bedürfnisse und Beweggründe zu verstehen.

Prototyp

Bevor Sie Ihren erarbeiteten Prototypen in die freie Wildbahn schicken, sollten Sie sich die anfangs gestellte Fragestellung nochmals genau ansehen: Was sind Punkte, an denen Sie den Erfolg Ihres Prototyps messen können? Wie erfragen Sie Verbesserungsvorschläge? Unter welchen Umständen kann der Prototyp am einfachsten getestet werden?

Legen Sie konkrete Ziele fest, an denen Sie den Erfolg und Misserfolg messen können. Besprechen Sie sich mit den anderen, wie sie eine Wertung vornehmen würden.

 

Design Thinking lässt Kreativität und Ideen sichtbar fließen und hilft, über den Tellerrand zu blicken und die Augen zu öffnen. Nicht nur in Unternehmen, sondern auch im privaten Bereich. Wichtig dabei ist, die eigenen Grenzen anzuerkennen und bereit für Reflexion und das Hinterfragen von (unbewussten) Annahmen zu sein. Aber das gilt für alle Bereiche ;)