Von Ingrid Gerstbach

Kreative Köpfe wie Mozart, Hemingway oder Picasso bleiben dank ihrer Schöpferkraft unsterblich. Ihr Geheimnis? Selbstmanagement. Wenn Sie wissen wollen, wie Sie Ihre Kreativität bei Laune halten können, dann befolgen Sie doch mal diesen Tipp der größten Schriftsteller aller Zeiten. Einen Versuch ist es wert - oder?

Aufhören, wenn es am schönsten ist?

Mitten im Fluss sich zurückziehen und Pause machen? Klingt nicht unbedingt nach der Weisheit letzter Schluss. Aber genau das ist es, was Hemingway riet: Dann aufhören, wenn es am schönsten ist. „Man schreibt so lange, bis man an einen Punkt kommt, an dem man immer noch Energie hat und weiß, was als Nächstes kommt. Dann hört man auf, versucht die Zeit bis zum nächsten Arbeitstag zu überstehen - und dann geht es wieder los.“

Aber was, wenn der Idee damit die ewige Ruhe auf dem Friedhof der Vergessenen droht? Wenn wieder mühsam alle Gehirnwindungen angestrengt werden müssen, um den Gedanken von vorhin schwerfällig wieder einzufangen und ihn doch nie in seiner Gesamtheit zu fassen zu bekommen? Einem der größten musikalischen Genies, Wolfgang Amadeus Mozart, gilt als Beispiel, dass harte Arbeit sich lohnt. Angeblich komponierte er von Früh bis Spät, gab Musikunterricht oder Konzerte bis ihn die Kraft verließ und fiel am Ende des Tages vollkommen erschöpft und todmüde nur noch ins Bett. Allerdings war es auch Mozart, dem im Laufe der Jahre rund 85, davon 27 psychische, angedichtet wurden. Unter den psychischen Erkrankungen reihen sich neben Persönlichkeitsstörungen etliche Psychosen oder auch die Manie sowie die Depression.

Nach dem Mittagsschlaf in den Feierabend...

Dann lieber doch wie viele andere großen Schriftsteller, Künstler und Kreative eine Mittagspause einlegen, spazieren gehen, um nach ein wenig leichterer Arbeit am früheren Nachmittag bereits den Feierabend einzuläuten. „Jemand, der müde ist, eine Ruhepause braucht und trotzdem weiterarbeitet, ist ein Narr“, brachte es schließlich der berühmte Psychiater und Psychologe C.G. Jung auf den Punkt.

Letztere Strategie - gegen 14h oder 15h in den Feierabend zu gehen - klingt wohl reizvoll, ist aber schlichtweg für die meisten Menschen unerfüllbarer Wunschtraum.

Kurze Pausen sind Kraftnahrung für unsere Kreativität!

Allerdings: Kurz mal Pause zu machen, um den Häuserblock zu gehen oder sich einer anderen, einfacheren Arbeit zu widmen, bevor man vollkommen ausgelaugt und die Energie verpufft ist, ist wirklich Quelle für Inspiration. Meiner Erfahrung aus diversen Design Thinking Workshops ist es die Mischung der Methoden, das kurze Durchatmen, Auflockerungsübungen und Pausen, die die Kreativität sprudeln lassen. Die besten Ideen kommen nicht nur unter der Dusche - aber meistens dann, wenn wir sie loslassen und Pause machen.