Von Ingrid Gerstbach

Es gibt unglaublich viele verschiedene Arten, auf Ideen zu kommen. Für manche ist der klassische Ansatz der Ideenfindung am besten (= für sich alleine nachdenken), während für andere die neueste App eine perfekte Unterstützung bietet. Jeder Ansatz für sich bietet gewisse Vor- und Nachteile. Es geht darum herauszufinden, welcher am besten für Sie und Ihre momentane Herausforderung funktioniert. Gute Hinweise liefern dabei vor allem die Art und Weise, wie Sie am leichtesten lernen, Ihre Vorlieben und die Ressourcen, die gerade zur Verfügung stehen.

Wenn Sie das nächste Mal vor einer Entscheidung stehen, ratlos sind oder einfach nicht weiterkommen, versuchen Sie doch einen der folgenden Ansätze. Sie werden überrascht sein, zu welchen Ergebnisse die Sie führen können ;)

1. Beam me up, Scotty: Angenommen Sie haben ein Problem und finden nicht den richtigen Ansatz, um es zu lösen. Wie wäre es, wenn Sie sich vorstellen würden, Sie wären an einem ganz anderen Ort oder in einer ganz anderen Zeit. Wie wäre es z.B. mit der Vorstellung, Sie würden sich gerade an Ihrem Lieblings-Urlaubsort befinden anstatt in Ihrem Büro? Oder was wäre, wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnte und sie stünden vor derselben Herausforderung, aber bereits 10 Jahre früher? Betrachten Sie das Problem aus einer anderen Perspektive und bekommen Sie dadurch einen anderen Blick darauf.

2. Identitätstausch: Wie würde jemand anderer dieses Problem lösen? Egal, ob Sie sich dabei einen Promi, Ihren Chef oder Ihre Tante vorstellen - es hilft, sich in die Lage von jemand anderen zu versetzen und das ganze aus dessen Perspektiven zu sehen. Oder holen Sie sich jemanden dazu und machen Sie ein Rollenspiel. Ihre Idee wird auf jeden Fall davon profitieren!

3. Mind the Gap: Das eigentliche Problem, mit dem Sie sich auseinandersetzen, ist im Grunde nichts anderes als eine Art Lücke, vor der Sie stehen. Sie wissen, wo Sie sind (Punkt A) und wo Sie hin wollen (Punkt Z), aber zwischen diesen beiden Punkten ist ein Loch, das Sie zunächst füllen müssen. Schreiben Sie alles auf, was notwendig ist, um von Punkt A zu Punkt Z zu gelangen. Eine konkrete Aufgabenliste ist gleich viel einfacher zu bewältigen als viele, unklare, verschiedene Schritte.

4. Ändern Sie gedanklich Dinge an Ihnen: Sie müssen nicht unbedingt wie eine ganz andere Person denken, um einen neuen Blickwinkel einnehmen zu können. Es reicht, wenn Sie sich vorstellen, eine bestimmte Eigenschaft wäre anders, z.B. Ihr Geschlecht, Ihre Hobbies, erfinden Sie eine Eigenheit, etc. Selbst das Gewicht kann einen Unterschied machen, wie Sie bestimmte Herausforderung sehen. Jedes Mal, wenn Sie sich gedanklich verändern, öffnet sich in Ihrem Unterbewusstsein eine neue Tür, die zu Ihrer Antwort führen könnte.

5. Mind Mapping: Das ist der wahrscheinlich bekannteste und klassischste Ansatz von allen. Dabei notieren Sie Ihre Gedanken nicht wie sonst hinter- oder untereinander, sondern definieren das Problem und schreiben es als ein Wort in die Mitte eines Stück Papiers. Dann notieren Sie Ihre Gedanken als Schlüsselwörter auf Linien, die von der Mitte der Mind Map ausgehen. Dadurch bekommen Sie eine bildhafte Darstellung Ihrer Gedanken.

6. Superkräfte-Einsatz: Wenn Sie sich eine Superkraft aussuchen könnten, welche würden Sie wählen? Wie wäre es, wenn Sie den Röntgenblick von Superman hätten und damit Transparenz in jedes Thema bringen könnten? Oder Sie nach Belieben in die Vergangenheit oder Zukunft reisen können und dort einfach schauen, welche Auswirkung die verschiedenen Entscheidungen gehabt haben. Oder Sie können alles mit einem Fingerschnipp einfach so ändern. Denken Sie an so viele Superkräfte wie möglich, um diejenige zu finden, die Ihre Vielfalt am besten entfaltet.

7. Der Medici Effekt: Dieser beschreibt, wie unterschiedlichste Ideen zusammen einander unterstützen können. Der Name entstammt der Medici Familie, die in Florenz durch Verknüpfung verschiedener Berufszweige miteinander die Zusammenarbeit untereinander förderte. Wenn Sie bewusst nach Parallelen zu anderen Ideen Ausschau halten, werden Sie viele Gemeinsamkeiten finden. Auch eine genauerer Betrachtung der Personen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen oder gestanden sind, kann Ihnen helfen, zu erkennen, was Sie gemeinsam haben und was Sie gemeinsam tun können, um das Problem an der Wurzel zu packen.

8. Therapie-Schreiben: Bei fast jeder Art von Blockaden, nicht nur bei Schreibblockaden, kann diese Methode weiterhelfen. Dabei zwingen Sie sich mindestens 10 Minuten am Stück Ihre Ideen niederzuschreiben. Sie müssen aber wirklich schreiben, auch wenn es nur „Ich weiß nicht, was ich schreiben soll“ ist. Wetten, dass Ihnen früher oder später etwas einfallen wird? Alleine der motorische Vorgang des Schreibens hilft, einen Teil des Gehirns anzuregen und neue Ideen und Ansätze zu finden.

9. Zweier-Ideensitzung: Zwei sind immer besser als einer alleine, wenn es um die Lösung von Herausforderungen geht. Wenn Sie Ihre Idee oder Ihr Problem in einer Gruppe besprechen, nähern Sie sich von vielen verschiedenen Seiten gleichzeitig und entdecken gemeinsam wesentlich mehr.

10. Gegenspieler-Denken: Diesen Ansatz lieben vor allem Menschen, die in weniger kreativen Bereichen arbeiten. Überlegen Sie sich dabei, was die meisten Menschen Ihnen in Ihrer Situation machen würden - und machen Sie dann genau das Gegenteil. Eine gute Frage dazu könnte lauten: „Was muss ich tun, um dieses Ziel nicht zu erreichen oder zu verhindern, dass es erfolgreich wird?“

Fazit

Egal, welche Methode für Sie am besten funktioniert, experimentieren Sie möglichst viel und probieren Sie die unterschiedlichen Ansätze mal alle aus. Oft sind es nämlich unterschiedliche Techniken, die in unterschiedlichen Situationen und Umgebungen zu unterschiedlichen Zeiten weiterhelfen.