Von Ingrid Gerstbach

Die Konsumerisierung der IT steigert die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Cloud und Mobilität. Immer mehr Menschen arbeiten mit mobilen Geräten - entweder persönlich oder im Unternehmenskontext. Gearbeitet wird dort, wo auch immer ein Zugang ins Netz möglich ist.

In einem Bericht aus dem Jahr 2014 prognostizierte Die Initiative D21, dass die Anzahl der mobilen Internetnutzer weiter steigen wird. War 2014 das Notebook das am weitesten verbreitete digitale Endgerät, folgte mit 58% das Smartphone knapp auf Platz zwei in der deutschen Bevölkerung. Das klassische Handy zeigte sich weiterhin auf dem absteigenden Ast.
Das Fazit der Studie: Smartphonebesitzer nutzen ihr Gerät in der Regel intensiv. Vor allem Frauen, die mit einem Anteil von 53 Prozent hinter männlichen Smartphonebesitzern lagen (63%), nutzen ihr Smartphone im Schnitt häufiger. Auch das Tablet erfreute sich wachsender Beliebtheit: Der Besitzanteil verdoppelte sich im Jahr 2014. Tendenz steigend.

Quo vadis mobile Nutzung?

Diese Zahlen machen vor allem eines deutlich: Die digitale Arbeit befindet sich nach wie vor im Wandel. Um sich den geänderten Anforderungen anzupassen, sind Unternehmen mehr und mehr gefordert, alternative Ansätze im mobilen Design zu suchen und zu nutzen. Neue Rahmenbedingungen setzen Unternehmen unter Druck, damit diese mehr machen, als lediglich bereits bestehende Anwendungen auf ein Tablet oder Smartphone zu transportieren, die ursprünglich für den Einsatz auf einem Desktop oder Notebook gedacht waren. Nur wer in rasanter Geschwindigkeit qualitativ hochwertige Apps liefert, die speziell für den Einsatz auf mobilen Geräten gedacht sind, wird überleben. Der Ruf nach einem benutzerorientierten und agilen Ansatz für mobiles Design wird lauter. Damit soll einerseits extern die Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt, aber auch andererseits intern die Produktivität und Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter gesteigert werden.

Die Umsetzung von Design Thinking bei mobilen Design-Strategien

Keine mir andere bekannte Methode konzentriert sich so stark auf User Experience wie Design Thinking. Die heutigen Nutzer sind daran gewöhnt, jederzeit und von überall Zugriff auf verschiedene Anwendungen, Daten und Dienste auf ihren leistungsstarken mobilen Geräten nutzen zu können. Sowohl die Geräte als auch die Erwartungen der Nutzer ändern sich im rasanten Tempo, sodass Unternehmen den gesamten mobilen Workflow anpassen müssen, um die zunehmend technisch versierte und anspruchsvolle Bevölkerung zu befriedigen.

Dabei unterstützt Design Thinking als Methode bei der Entwicklung passender Lösungen. Durch gründliche Recherchen werden Informationen erhoben, die deutlich machen, wie die Nutzer tatsächlich mit mobilen Anwendungen und Geräten interagieren. Alleine dadurch ergeben sich oft vollkommen neue Perspektiven, die existierende Vorannahmen im Nu zerschlagen.
Ein weiterer, wesentlicher Punkt ist die intensive Miteinbeziehung aller Beteiligten von Anfang bis zum Ende des mobilen Designprozesses - auch der Endnutzer selbst arbeitet aktiv an der Lösung mit. Möglich wird dieses Herangehen durch einen agilen Entwicklungsrahmen. Dieser hilft den traditionell eher in Silos angesiedelten Teams während des gesamten Prozesses gezielt zusammenzuarbeiten und fördert die direkte Interaktion mit den Nutzern durch Fokusgruppen.

Die Vorteile des Design Thinking-Ansatzes für Enterprise Mobility

In der Regel verwenden Nutzer eine hohe Anzahl an mobilen Anwendungen, die nicht alle direkt aus dem Unternehmen selbst stammen bzw. vom Unternehmen gebilligt werden. Der Nutzer wählt jedoch jene App, die für ihn die gefühlt bequemste darstellt.
Mit einem Design orientieren Ansatz können nun die Unternehmen die Produktivität der Anwender durch die Erstellung wünschenswert mobilen Anwendungen verbessern, die sowohl mit den unternehmerischen Sicherheitsrichtlinien als auch mit den tatsächlichen Geschäftsziele in Einklang stehen. Beim mobilen App-Design dreht es sich nicht mehr in erster Linie um Funktionalität, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war. Vielmehr geht es um die Erfahrung der Nutzer, wie diese mit einer App interagieren.

Darüber hinaus fordert der moderne Nutzer das Unternehmen auf, flexible, kontextbezogene mobile Anwendungen zu entwickeln, die eine konsistente Benutzererfahrung auf mehreren Geräte und in verschiedenen Situationen gleichzeitig sicherstellt. Dass diese App auf der Rolle des Nutzers basiert ist ebenso wichtig wie die zur Verfügung Stellung von genügend Speicherplatz in einem Netzwerk.

Fazit

In einer Mobile- und Cloud-fokussierten Welt gehen Menschen auch bei geschäftskritischen Anwendungen völlig neue Wege. Der Prozess des mobilen Designs muss sich ändern, um diesen neuen Paradigmen auch gerecht zu werden. Mit einem Design orientierten Ansatz können Unternehmen einerseits ihre Nutzer bei deren Produktivität unterstützen und damit für mehr Zufriedenheit sorgen, andererseits können sie agile, flexible Anwendungen erstellen, die mit den rasanten Innovationen im Bereich Mobile Computing Schritt halten, damit Unternehmen in dieser schnelllebigen und vernetzten Welt auch überleben. Design Thinking macht deutlich, was die Nutzer von heute brauchen und erwarten, aber auch wie sich ihre Bedürfnisse ändern.