Von Ingrid Gerstbach

Dieser Beitrag gehört zur Blog-Parade anlässlich des BA-Camp 2017. Ich freue mich, wenn wir uns vor Ort am 11.-12.05.2017 in Wien sehen! Mehr zum BA Camp finden Sie unter ba-camp.org!

Wir Menschen sind äußerst faszinierende Wesen. Ein jeder von uns ist mit einem 1.400 bis 1.600 ccm großen und ca. 1,5kg schweren weichen, weiß-grauen Organ ausgestattet, das alles beherbergt, was uns materiell und immateriell ausmacht. Dieses Organ ist der Sitz unserer Persönlichkeit, unseres Erlebens, unserer Gefühle. Und der Geburtsort unserer Ideen. Manche von diesen Ideen und Gedanken sind außergewöhnlich, andere brillant, andere wären lieber dortgeblieben, wo sie hergekommen sind. Manches Mal ist kreatives Denken Selbstzweck. Andere Male dann wieder wertvoll für andere. Eines haben sie oft gemeinsam: Die meisten Ideen gehen in all der Planung verloren und vergessen dabei das eigentliche Umsetzen. Dabei geht nicht nur die Ideen an sich verloren, sondern wir versäumen dadurch auch, eine Rückkopplungsschleife zu erzeugen, die uns zu weiteren kreativen Ideen anspornt und letztlich mit Ideen die Welt verändern lässt.

Damit das nicht passiert und Sie Ihre Idee auch gezielt umsetzen, biete ich Ihnen hier einen Prozess an, mit dem Sie ganz einfach Ihre kreativen Ideen in die Realität übersetzen können.

1. Überlegen Sie, wohin die Reise geht

Um all Ihre kreativen Energien zu bündeln, ist es wichtig, dass Sie zunächst das eigentliche Problem identifizieren: Was wollen Sie lösen oder ändern? Worauf brauchen Sie eine Antwort? Notieren Sie sich die Frage und das ideale Ergebnis, das Sie erreichen wollen. Ist die Lösung eine physische Sache? Ein Erlebnis? Ein Gefühl? Was auch immer es ist, notieren Sie es - egal, wie abstrakt Ihr Ziel erstmals klingen mag.

Dann stellen Sie sich vor, Sie hätten das Ziel bereits erreicht. Visualisieren Sie ein Bild und rufen Sie sich das Gefühl, das Sie bei der Zielerreichung erleben werden, in Ihr Gedächtnis. Dieser Vorgang scheint vielleicht im Moment ein wenig abstrus und voreilig zu sein, aber genau das ist der Punkt: Je eher Sie verstehen und einschätzen können, was genau Sie erreichen wollen, desto leichter werden Sie Ihre Ideen auch tatsächlich umsetzen.

2. Planen Sie Schritt für Schritt Ihre Route

Überlegen Sie sich eine grobe Strategie. Was muss passieren, bevor der nächste Schritt gegangen werden kann? Denken Sie dabei ruhig auch in nicht alltägliche Bahnen – trauen Sie sich verrückte Ideen zu spinnen: Welche Wege sind nicht die ganz offensichtlichen? Es ist okay, wenn Ihre Landkarte ein paar Kreuzungen und Gabelungen aufweist. Folgen Sie gedanklich einer jeden einzelnen, damit Sie letztlich wissen, wohin Sie wirklich gehen wollen - und wählen Sie dann erst die passende Route.

Wenn Sie Hilfe brauchen, um Ihre Gedanken in die Tat umzusetzen, wer kann Ihnen dabei helfen? Gibt es Fähigkeiten oder Ressourcen, die Sie noch brauchen, um Ihre Vision zu erreichen? Wenn Sie merken, dass Ihnen bestimmtes Know-how fehlt, wer kann Sie dabei unterstützen?

Manches Mal ist genau hier der Punkt, an dem wir uns verloren fühlen. Legen Sie dann einfach eine kurze Pause ein. Konzentrieren Sie sich weiterhin auf Ihr Problem, aber versuchen Sie das Ganze bewusst aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Geben Sie sich vor allem auch die Zeit, die es braucht, damit Sie die verschiedenen Ecken und Winkeln erkunden können.

3. Erstellen Sie einen Prototyp

Hören Sie mit der Planung auf und beginnen Sie mit der Umsetzung. Es ist jetzt an der Zeit, dass Sie ins Handeln kommen. Die Umsetzung Ihrer Idee muss nicht endgültig geschweige denn gut oder gar perfekt sein – Ihre Idee sollte nur erkennbar sein, sodass Sie sie mit anderen teilen können. Überlegen Sie sich, was Sie alles brauchen, damit Sie Ihre Idee umsetzen können. Was ist möglich und welche Antwort ist vielversprechend?

4. Lassen Sie andere einen Blick drauf werfen

Vielleicht sind es Ihre Stakeholder, Ihre besten Freunde oder Ihre Arbeitskollegen. Nehmen Sie Ihren Prototyp, gehen Sie nach draußen und bitten Sie um ehrliches Feedback. Lassen Sie sich nicht von negativer Kritik abschrecken, aber hören Sie trotzdem genau hin – vor allem, wenn mehrere Personen die gleichen Bedenken äußern. Manchmal bedeutet das, dass Sie einen Schritt zurückgehen müssen und Ihre Idee neu überdenken sollten. Oder Sie sind schon gut unterwegs und müssen nur mehr Details verfeinern.

Egal, wie das Feedback genau lautet - Sie sind mit Ihrem Prototyp schon dabei sich zu entwickeln und herauszufinden, was wirklich funktioniert.

5. Tauchen Sie in Details ein ohne den Fokus zu verlieren

Nachdem Sie das Feedback eingeholt haben, ist es an der Zeit, die Details zu verfeinern. Kommen Sie vom ersten Entwurf zur endgültigen Bearbeitung. Halten Sie die Idee nach wie vor einfach, aber verschönern Sie das Ganze. Bleiben Sie konzentriert und verlieren Sie sich nicht in Details.

Wenn Sie Hilfe brauchen, um Ihre Idee zu finalisieren, achten Sie darauf, dass Sie Menschen um Hilfe bitten, die Sie respektieren und die Ihre Begeisterung teilen. Partner sollten Know-how beitragen, das Sie brauchen, aber noch nicht haben. Wenn Sie Ihre Arbeit ernst nehmen, wird Ihr Team das auch machen. Erwarten Sie aber trotzdem nicht, dass andere genauso begeistert von Ihrer Idee sind wie Sie selbst. Es ist okay, wenn sie nicht sind. Trotzdem sind die meisten begeistert, vor allem, wenn Sie sie früh genug miteinbeziehen.

6. Schicken Sie Ihre Idee in die Welt raus

Nachdem Sie Ihre Entwürfe und Prototypen verfeinert haben, ist es an der Zeit, Ihre Ideen in die Welt zu tragen. Auch wenn es Sie reizt, Ihre Idee gleich in die Welt hinauszuposaunen - planen Sie lieber vorab, wie genau Sie das machen wollen: Welche Stakeholder müssen Sie überzeugen und welche werden gleich mitmachen wollen? Wie sieht die Kommunikation aus? Entwerfen Sie eine gute Rollout-Strategie und führen Sie diese dann aus. Wenn Ihr Plan beginnt, zu kompliziert zu werden, vereinfachen Sie ihn schnell wieder.

Fazit

Ihre Idee in die Welt als etwas Fühlbares oder Erlebnisorientiertes zu setzen, ist der allerwichtigste Schritt und bereits Beweis für Ihre Kreativität. Setzen Sie Ihre Projekte um und beobachten Sie, was sich ändert, wenn andere damit beginnen, zu interagieren. Sobald Ihre Ideen draußen in der Welt sind, bekommen Sie neue Möglichkeiten, diese in Ihre Arbeit einzubauen. Das ist oft der Beginn von etwas gemeinsamen Neuen, das die gemeinsame Welt zum Positiven verändern kann.