Von Ingrid Gerstbach

Erfolgreiche Unternehmer haben in der Regel vor allem eines gemeinsam: Sie haben einfache Lösungen für komplexe Probleme gefunden. Dabei ist weniger wichtig, was ein Unternehmen genau macht, als vielmehr warum es etwas macht.

Die Absicht von innovativen Unternehmen ist im Grunde, die Dinge zu vereinfachen. Nehmen Sie als Beispiel Uber: Gründer Travis Kalanick hat nach einer Lösung gesucht, um von Punkt A nach Punkt B möglichst einfach zu kommen. Er hat diese Idee in seiner Grundform verpackt und ein Geschäftsmodell entwickelt, dass Menschen dabei hilft, schnell, billig und unkompliziert den gewünschten Zielort zu erreichen.

Oder auch Walt Disney. Seine Filme erreichen die Herzen von Millionen von Menschen und machen vor allem eines: glücklich. Disney-Land selber soll ein reiner Ort der Sorglosigkeit und des Glücks sein, in der symbolische Figuren wie Mickey, Schneewittchen und Donald umherwandern und Kinder (und Erwachsene) in eine Zauberwelt entführen.

Erwartungen und Problemlösungen

Henry Ford sagte einmal, dass egal, ob Menschen denken, sie könnten etwas, oder ob sie denken, sie könnten etwas nicht - sie werden in beiden Fällen Recht behalten. Innovateure wie Ford wollen die Welt für sich und andere zu einem besseren Ort machen. Dabei fokussieren sie sich zunächst nur auf das Ergebnis und überlegen sich erst danach, wie der Weg dorthin aussehen könnte. Diese Art der Problemlösung schließt all das mitein, was Prozesse effizienter macht. Das Ziel dabei ist, dass am Ende mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt - wie Zeit mit der Familie.

Innovatoren lösen Probleme, an die viele Menschen die längste Zeit gar nicht denken. Bzw. die meisten nicht einmal wussten, dass diese Art von Problemen existieren. Oder führt Sie tatsächlich Ihr erster Gedanke, wenn Sie tropfnass im Regen stehen, dazu, eine App zu öffnen, um nach der nächsten Fahrgelegenheit zu suchen oder zu sehen, wo die nächste Mitfahrgelegenheit auf Sie warten könnte? Die meisten wollen in solchen Momenten doch einfach schnell ins Trockene. Solange wir uns nicht in solchen Situationen befinden, denken wir auch nicht an solche Situationen, oder?

Eine der großen Herausforderungen ist, Neuerungen einzuführen. Innovationen sind schwierig, denn sie bedeuten, dass Sie etwas tun müssen, was für die meisten Menschen nicht gerade leicht ist: Sie müssen das Selbstverständliche infrage stellen. Die Art von Dingen, die die meisten von uns für offensichtlich halten, weil „wir sie ja immer schon so gemacht haben“. Das große Problem bei Reformen oder Transformationen ist die Tyrannei des gesunden Menschenverstands.

Lincoln sagte einst: "Die Dogmen der ruhigen Vergangenheit sind für die stürmische Gegenwart unzureichend. Die Lage ist voller Schwierigkeiten, und wir müssen mit der Lage wachsen." Es geht darum, mit der Lage zu wachsen und nicht der Lage gewachsen zu sein. Und weiter: „So wie unsere Situation neu ist, so müssen wir auf neue Art denken und auf neue Art handeln. Wir müssen uns selbst entfesseln und dann werden wir unser Land retten."
Großartig, oder? Sich selbst entfesseln bedeutet, dass es Ideen gibt, an die wir alle gefesselt sind und die wir als selbstverständlich hinnehmen. Wir hinterfragen die natürliche Ordnung der Dinge so selten und nehmen sie so wie sie scheinbar sein müssen.
Viele unserer Ideen haben sich herausgebildet, um die Umstände vergangener Jahrhunderte zu bewältigen und nicht die der heutigen Zeit. Jetzt gilt es, dass wir uns von einigen dieser Ideen befreien. Und genau darin liegt die Schwierigkeit und die Gabe der Innovateure: Sie hinterfragen das, was die meisten von uns für selbstverständlich halten. Und der Grund dafür ist, dass man es für selbstverständlich hält.

Innovation wird also nicht aus einem Traum heraus geboren - vielmehr ist Innovation ein Ergebnis eines Kampfes. Innovation ist im Kern nicht einfach nur der Bau der Zukunft, sondern es geht darum, Probleme in der Gegenwart zu lösen. Und die besten Innovationen passieren da, wo wir oft nicht wissen, dass es Probleme gibt, die wir lösen können.  da ist.

Aber es reicht nicht, lediglich das Problem zu erkennen und es lösen zu wollen. Sie müssen auch die richtigen Schritte und Maßnahmen dazu setzen. Alle großen Innovatoren machen mehr, als dass sie nur eine Idee haben. Sie wissen auch, wie sie diese ausführen müssen. Der einzige Weg zur Ausführung ist durch das Setzen von Aktionen und einer Reihe von Schritten, die sie Schritt für Schritt dem eigentlichen Ziel näher bringen.

Innovationen dürfen aber nicht mit Kreativität verwechselt werden: Während Kreativität wichtig ist, um Ideen zu entwickeln, geht es bei Innovationen nicht alleine um die Idee, sondern darum, diese umzuwandeln und auszuführen. Ideen werden im Zusammenhang mit Innovationen oft überbewertet, denn viel wichtiger ist im Grunde ist die Ausführung der Schritte und diese erfordern wiederum eine Reihe an anderen Maßnahmen.

Menschen glauben oft, dass Innovationen nur durch viel Geld und Ressourcen passieren. In der Tat ist das Gegenteil der Fall. Es ist ein Mangel an Ressourcen wie Geld und Zeit. Innovationen passieren dann, nachdem etwas schief gegangen ist. Das ist, warum etablierte Unternehmen selten wirklich innovative Produkte produzieren - weil sie das Geld und die Ressourcen haben, um das zu entwickeln, was sie wollen. Das wiederum behindert sie dabei, neue Wege zu finden und abseits der gewohnten Pfade zu denken.

Die Herausforderung von Innovationen besteht nun darin, zurückzutreten und die Frustration zu fühlen, um die kleinen Details zu sehen und genauer hinzusehen. Aber das ist nicht einfach. Es verlangt, dass wir gegen eine der grundlegendsten Arten ankämpfen, wie wir uns die Welt erklären. Wer aber diesen Schritt schafft, der wird die Welt ein Stück verändern.