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Spezialisierung im Beruf ist ein zweischneidiges Schwert. Oft heißt es: Gefordert wird zwar der Generalist, gefördert und eingestellt aber der Spezialist. Natürlich gibt es auch gegenteilige Meinungen: Manche halten Spezialisten für gelangweilte Fachidioten, während sie die Generalisten zugleich als passionierte Alles-und-Nichts-Könner verunglimpfen. Aber was stimmt tatsächlich? Und welche Personen braucht es im Design Thinking?

Nur selten werden ausdrücklich Generalisten gesucht. Das Vorurteil dahinter scheint zu lauten: Wer alles kann, kann wahrscheinlich nichts richtig. Generalisten gelten als Allrounder. Wenn einmal ein Generalist gesucht wird, dann ist damit meistens jemand gemeint, der sich auf mehr als ein Fachgebiet spezialisiert hat.
Umgekehrt ist aber auch die Spezialisierung nicht unproblematisch. So kann einem wohl kaum einer genau sagen, wo die Grenze zwischen einem begehrten Spezialisten und einem realitätsfernen Fachidioten liegt.

Studie: Spezialisten gesucht, Generalisten eingestellt

Das Phänomen der sogenannten Generalisten-Verzerrung zeigt, dass im direkten Vergleich der gut ausgebildete Generalist bevorzugt wird, auch wenn diesem das Hauptkriterium fehlte. In dieser Studie sollten die Versuchsteilnehmer einen Mitarbeiter für eine fiktive Personalmanager-Stelle auswählen. Das wichtigste Kriterium dabei: ein Minimum von fünf Jahren Berufserfahrung mit Vergütungssystemen. Wie kam es dazu? Die TN ließen sich jedes Mal vom umfangreichen Lebenslauf und zahlreichen thematischen Facetten blenden - diese täuschten über die eigentlich fehlende Qualifikation hinweg. Das Fazit: Je größer der Erfahrungsschatz und die vorhandener Themenbandbreite, desto kompetenter wirkt der Bewerber.

Ein Mann mit einem Hammer sieht immer nur Nägel

Nur wenige verstehen, dass die Rinde immer nur die äußerste Schicht eines Baumes ist. Und noch weniger verstehen, dass der Baum immer in einem Wald eingebettet ist.

Gehört die Zukunft den Generalisten? Wir leben in einer stark vernetzten und globalen Welt. Scheinbar unzusammenhängende Entwicklungen beeinflussen sich gegenseitig.
Die Zukunft war immer schon unsicher, aber unsere Fähigkeit, uns durch die Welt zu navigieren, wurde durch die zunehmende Fokussierung auf die (sichtbare) Rinde beeinträchtigt. Je mehr sich jemand auf ein Gebiet spezialisiert, desto blinder wird er für anderes.

Innerhalb eines Unternehmens sind Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten oft wertvoller, da das Management seine Rollen dynamisch anpassen kann. Viele zukunftsorientierte Unternehmen suchen nach Mitarbeitern mit multifunktionalen Erfahrungen.

Bedeutung für Design Thinking

Im DT stellen wir das Team deswegen bewusst interdisziplinär zusammen: Menschen aus verschiedenen Bereiche mit unterschiedlichen Erfahrungen treffen aufeinander, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, die den einen mehr als den anderen betrifft. Und trotzdem ist jedes Wissen wichtig. Die Macht der Vielen.

Weiterführende Links

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