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Es gibt kaum jemanden, der nicht mit LEGO® aufgewachsen ist oder bei dem nach wie vor aktiv mit Lego gespielt wird. Dabei ist LEGO® vielmehr als nur ein Spiel. LEGO® Serious Play® ist ein Allrounder und Must-have in jeder Kreativ- und Innovationssession.

Geschichte von Lego

LEGO® ist ein dänisches Unternehmen und der Weltgrößte Spielzeughersteller. Das Unternehmen wurde 1932 vom dänischen Tischlermeister Ole Kirk Christiansen zur Herstellung von Holzspielzeug gegründet. 1934 gab er dem Kind den Namen „Lego“, eine Abkürzung für „leg godt“, dänisch für „spiel gut“. 1949 gab es bereits die ersten Legosteine, die den heutigen Steinen ähneln. Dabei handelt es sich um farbige Kunststoffquader aus Celluloseacetat, deren Oberseiten mit Noppen besetzt waren. Damals war die Unterseite jedoch völlig hohl. Das führte dazu, dass die Bauwerke nicht besonders stabil waren. Dieses Problem wurde beseitigt, indem in die Unterseite der Steine Röhren integriert wurden. Dieses Kupplungsprinzip wurde sogar am 28. Januar 1958 zum Patent angemeldet, das 1988 auslief.
LEGO® sah sich die Spielzeugsteine von einer Firma namens Kiddicraft ab, die nur ein Patent in Großbritannien hatten. Nach dem Tod der Gründerin von Kiddicraft erwarb Lego das Patentrecht der Firm.

Die Methode des Einzapfens mit den Noppen wurde von den bereits im 19. Jahrhundert bekannten, aus Steinmehl gepressten Ankerbausteinen übernommen und von Lego auf ein 8-mm-System auf Plastikbasis übertragen.

Außer den Standard-Legosteinen machte die Familie Christiansen verschiedene Experimente und entwickelte Alternativen zu Lego. Ab 1967 wurde Modulex für Architektenbüros produziert: Die Steine hatten die Ur-Form mit der hohlen Unterseite, hatten 5/8 der Größe der originalen Legosteine und waren somit nicht kompatibel. Außer maßstabsgetreuen Modellen wurden aus diesen Steinen Hinweis- und Infotafeln hergestellt, beispielsweise für Krankenhäuser. Mitte der 1950er-Jahre wurde von Ole Kirk Christiansens Sohn Gerhardt Kirk das Unternehmen BILOfix gegründet, das neben Holzspielzeug auch eine Art Werkzeug-Baukastensystem herstellte.

Die Produktpalette von Lego wurde ständig erweitert, etwa um Platten und Schrägdach-Teile, später um Räder, transparente Steine und Figuren. Heute gibt es Tausende verschiedener Bauteile (2013 waren es ca. 78.000 verschiedene Bauteile bei 96 Farben, wobei nicht jedes Bauteil in allen Farben gefertigt wird). Nach wie vor können alle auf irgendeine Weise miteinander kombiniert werden.

Im Jahr 2003 machte das Unternehmen erhebliche Verluste (ca. 180 bis 190 Millionen Euro). Zurückgeführt wird das auf fatale Fehler im Management, das die klassischen Kinderthemen aufgab, beispielsweise den eingeführten Markennamen Duplo und das klassische Thema Legoland (Stadt). Der Verkauf von Star-Wars- und Harry-Potter-Produkten, die als Modethemen ins Programm genommen wurden und zuerst erfolgreich waren, stagnierte. Als „Rettung“ von Lego erwies sich die von vielen Lego-Fans als nicht Lego-typisch angesehene Bionicle-Serie. Ein Produkt dieser Serie kam unter die zehn meistverkauften Weihnachtsgeschenke in den USA.

Als Reaktion auf die Verluste wurde eine Rückkehr zu bewährten Themen versucht. Erste Erfolge zeigten sich bereits im ersten Quartal 2005, als die Verluste auf 13,2 Millionen Euro reduziert werden konnten. Den Umschwung brachte Jørgen Vig Knudstorp mit seinem Ansatz zurück zum Kerngeschäft. Dazu gehörte die Reduktion der über 14.000 Teile auf weniger als die Hälfte (heute bestehen Lego-Sets zu rund 70 Prozent aus Standardteilen), Wiedereinführung von Duplo und ein klassischeres Redesign der Sets.

LEGO® serious play®

1996 war der Haupteigentümer von Lego, Kjeld Kirk Kristiansen, unzufrieden mit der Strategieentwicklung in seinem Unternehmen, deswegen suchte er nach einen effektiveren Prozess. Das war der Anstoß zur Entwicklung von LEGO® Serious Play® gemeinsam mit Professoren der Hochschule IMD Lausanne.

80% unserer Gehirnzellen sind mit den Händen verbunden, so die wissenschaftliche Grundlage. Wenn wir beim Denken uns körperlich bewegen, führt das zu einem länger andauernden und tieferen Verständnis.

Hintergrund

Die Methode von LEGO® Serious Play® basiert auf drei sozialwissenschaftlichen Forschungsgebieten:

1. Spiel als eine räumlich und zeitlich limitierte, von Regeln strukturierte und freiwillige Aktivität. Die im Spiel verwendeten Darstellungen sind im Grunde genommen Darstellungen des eigenen affektiven Wissens des Spielers. Spiele erfordern die Verlagerung von Aufmerksamkeit und Rollen. Dadurch bildet es eine natürliche Umgebung, in der Erlebnisse passieren. Dank Modellen und Metaphern bekommt ein Gegenstand im Spiel eine bestimmte Bedeutung. Abstrakten Konzepten wird so eine Gestalt gegeben. Formale Beziehungen, die anders nur schwer zu begreifen wären, lassen sich auf diese Weise sichtbar machen. Der häufig im Spiel entstehende Flow führt zum vollen Einsatz der Spieler und dadurch zu einer besseren Wahrnehmung und Beteiligung.

2. Konstruktionismus ist die Möglichkeit, formale, abstrakte Ideen und Beziehungen konkreter, sichtbarer, greifbarer und dadurch leichter verständlich zu machen. Untersuchungen zeigen, dass Menschen besonders dann lernen, wenn sie etwas konstruieren. Wenn Menschen reale Dinge konstruieren, dann konstruieren sie gleichzeitig Theorien und Kenntnisse in ihrem Denken. Das wiederum hilft, weitaus komplexerer, realer Dinge zu erschaffen, was wiederum zu einem weiteren Wissensgewinn führt usw.

3. Imagination ist die Fähigkeit, sich von etwas ein Bild zu machen (beschreibende Imagination), die Fähigkeit, Dinge in Frage zu stellen (verneinende Imagination,) und die Fähigkeit, sich etwas Neues vorzustellen (schöpferische Imagination).

Anwendung

Die Kreativmethode LEGO® Serious Play® eignet sich zur Optimierung und Entwicklung von neuen Strategien, Produkten, Dienstleistungen, Prozessen, Geschäftsmodellen oder Marken, aber auch als Problemlösungsmethode und als Start in ein Projekt für ein gemeinsames Verständnis. Generell ist Lego genial für die Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit von Teams.

Nutzen und Vorteile

  • Denken mit den Händen: dadurch entsteht ein tieferes Verständnis, Dinge werden besser begreifbar.
  • Gemeinsames Verständnis durch Visualisierung und verbesserte Kommunikation.
  • Probleme werden nicht nur erahnt, sondern wirklich verstanden.
  • Ideen, Zusammenhänge und Abhängigkeiten werden konkreter, sichtbarer und besser begreifbar.
  • Komplexe Sachverhalte sind besser veranschaulichbar und werden dadurch für alle verständlicher.
  • Schwierige Themen wie z.B. komplizierte Beziehungen können besser dargestellt werden
  • Die Kommunikation ist besser, da man schneller zum Punkt kommt und ein gemeinsames Verständnis schafft.
  • Die spielerische Umgebung macht Spaß und motiviert.

LEGO, the LEGO logo, the Brick, Knob configuration, LEGO Serious Play and the Minifigure are trademarks
of the LEGO Group. 2010© The LEGO Group.

Weiterführende Links

DT27: Icebreaker Spiele im Design Thinking samt Download
Pricken, Mario (2012): Kribbeln im Kopf. Mainz: Schmidt Hermann Verlag.
Lego® Serious Play®: Das Set kaufen