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Deutschland und Österreich schaffen bessere Plätze für Innovationen in unterschiedlichen Bereichen wie Energiesysteme, molekulare Biotechnologie, Laser und Softwaretechnik. Zwar sind die Amerikaner gut, wenn es um Erfindungen geht, aber in Sachen Anpassungen der Erfindungen an die Industrie scheinen laut Studien die Deutschen besser zu sein. Viele deutsche und österreichische Innovationen verbinden alte Produkte und Prozesse mit neuen Ideen.

Unterschiede Deutschland/Österreich versus USA

Deutschland innoviert hauptsächlich, um Arbeitnehmer zu stärken und deren Produktivität zu verbessern. Die USA konzentriert sich auf Technologien, die Arbeitsplätze eher beseitigen sollen. Deutschlands Innovationen schaffen und erhalten die Arbeitsplätze.

Wirtschaftswachstum geschieht nicht im Moment der Erfindung. Nur die Innovationspolitik, die auf den gesamten Innovationszyklus abzielt, wird ein Wirtschaftswachstum schaffen, das das Wohl aller Bürger erhöht. Die Menschen sind dort wie da die gleichen, nur die Rahmenbedingungen sind andere.

Deutschland verfügt über ein Netzwerk öffentlicher Institutionen, die Unternehmen dabei unterstützen, Ideen zu kombinieren und zu verbessern. Mit anderen Worten: Innovation endet nicht mit der Erfindung. Das von der Regierung teilweise unterstützte Fraunhofer-Institut verlagert z.B. neue Ideen radikal in den Markt. Sie schließen die Lücke zwischen Forschung und dem Alltag kleiner und mittlerer Unternehmen.

3 Gründe, warum amerikanische Start-ups innovativ sind

1. Risikokapital

Laut dem Autor Keese sind alleine im Silicon Valley von 2011-2013 32 Milliarden Dollar Risikokapital zur Verfügung gestanden, während in Deutschland im gleichen Zeitraum nur 2 Milliarden verfügbar waren. Trotz der Tatsache, dass es hochinnovative deutsche Unternehmen gibt, sind es oft kleinere bis mittlere Unternehmen, da sie nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um darüber hinaus zu wachsen, da kein Risikokapital vorhanden ist. Er gibt das Beispiel von MyTaxi, ein Unternehmen, das ein halbes Jahr früher als Uber gegründet wurde, aber nach einem sehr ähnlichen Prinzip arbeitet. Es war einfach nicht in der Lage, sein Geschäft auf globaler Basis zu skalieren, denn es konnte nicht genug Geld durch Venture Capital generieren - trotz der Tatsache, dass seine Technologie gut funktionierte und Kunden das Produkt mochten.

2. Minimal viable product

Im Silicon Valley dauert der Prozess von der Idee zum ersten Produkt oft nur etwa sechs Wochen. Für die meisten deutschen Start-ups ist das nicht denkbar. Die Österreicher/Deutschen wollen oft, dass ihr Produkt perfekt ist. Sie haben Angst, dass, wenn ein Produkt von geringer Qualität veröffentlicht wird, Kunden und Kritiker hart reagieren und das Ansehen des Unternehmens dauerhaft beschädigt wird.

3. Kundenfeedback

Hochinnovative Unternehmen schaffen Prozesse, die es ihnen ermöglichen, sich ausschließlich auf die Kernfunktion des Produkts zu konzentrieren, ihre Ideen zu verbessern und je nach Rückmeldung, die sie von Kunden erhalten, zu punkten. Deutsche Unternehmen verbringen dank ihres Perfektionismus oft viel Zeit in der Produktentwicklung und schaffen Produkte mit vielen verschiedenen Funktionen, nur um zu erkennen, dass Kunden diese Funktionen nicht brauchen oder wollen. Dieses Bedürfnis nach Perfektion kommt oft von der Tatsache, dass viele deutsche Unternehmer fürchten, dass ihre Ideen gestohlen werden könnte.
Im Silicon Valley werden die Ideen extrem ausgetauscht. Ein Student mit einer guten Idee hat relativ leicht Zugang zu Menschen mit Kapital und Know-how. Die Menschen lieben es, neue Leute in Cafes oder Partys zu treffen und ihre Ideen miteinander zu teilen.

Deutsche und Österreicher sind extrem risikoavers. Das hat natürlich auch Vorteile, weil spekulatives Verhalten erst gar nicht aufkommt. Auf der anderen Seite bedeutet das jedoch, dass die Deutschen weniger Risikokapital zur Verfügung stellen.

Weiterführende Infos

Keese, C. (2014): Silicon Valley: Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt. München, Verlag: Albrecht Knaus Verlag.