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Kreativitätstechniken generieren zwar in kürzester Zeit eine große Menge an Ideen. Doch diese müssen auch bewertet werden, damit die Umsetzung letztlich auch gelingt. Dafür existieren hilfreiche Techniken, die eine strukturierte Analyse und Bewertung der Ideen ermöglichen.

Gefahren

Auf Ideen lauern vielerlei Gefahren. Typisch ist z.B. die fehlende Akzeptanz wirklich neuer Ideen. Diese werden oft viel schneller aussortiert, weil gute Ideen nicht erkannt werden. Oder jemand ist zu sehr in die eigene Idee verliebt und blind für andere.

Ideenbewertung mit Punkten

Dies ist die allereinfachste und schnellste Methode der Ideenbewertung. Im Anschluss z.B. an ein Brainstorming erhält jeder Teilnehmer eine definierte Anzahl an Klebepunkten. Diese verteilen die Teilnehmer auf ihre favorisierten Ideen, wobei man pro Idee ein bis maximal drei Punkte gleichzeitig vergeben darf. Alle Klebepunkte sollen zum Schluss vergeben sein. Die Auswertung erfolgt dann durch einfaches Auszählen der erhaltenen Punkte. Diese Methode führt sehr schnell zu einem Ergebnis, berücksichtig aber keinerlei Kriterien und birgt die Gefahr, dass Teilnehmer sich dem Sprachführer und seinem Favoriten anschließen.

Ideenbewertung nach definierten Kriterien

Bei dieser Bewertungsmethode werden zunächst vorher definierte Kriterien oder Standardkriterien für jede Idee geprüft. Diese werden anschließend miteinander verglichen und KO-Kandidaten werden eliminiert. KO-Kandidaten sind solche Ideen, die mindestens ein Kriterium gar nicht erfüllen und auch nach Abänderung nicht erfüllen werden. Ein KO-Kriterium könnte z.B. Kosten oder Zeit sein. Eine Idee, deren Umsetzung deutlich mehr kosten würde, als Kapital zur Verfügung steht oder in der Umsetzung so lange brauchen würde, das sie bis dahin wieder überholt wäre, wäre dann ein KO-Kandidat.

Typische Kriterien, die für die Ideenbewertung geprüft werden sind

  • Vorteile
  • Nachteile
  • Ressourcen
  • Dauer
  • Angemessenheit

Verbleibende Ideen können entweder weiter eliminiert werden oder nach einem Punkte-Modell gewichtet werden. In diesem Stadium ist empfehlenswert, nicht nur den Top-Kandidaten weiter zu verfolgen, sondern mehrere, da die Ideen nach der ersten Ideenbewertung noch nicht ausreichend evaluiert sind und sich die Rangfolge bei detaillierter Bewertung noch verändern kann. Liegen die Ideen in der Bewertung sehr nah zusammen oder hat man zu wenige KO-Kandidaten, führt man den Bewertungsprozess mehrere Male durch und sammelt jedes Mal weitere Informationen, um bei der Ideenbewertung feiner zu unterscheiden.

Ideenbewertung mit K-Fragen

Die Ideenbewertung mit Hilfe der K-Fragen funktioniert ganz ähnlich der Bewertung nach Kriterien. Für jede Idee stellt und beantwortet man die folgenden Fragen:

1. Kultur: Passt die Idee zu unserer Unternehmenskultur?
2. Kompetenz: Haben wir die notwendige Kompetenz zur Umsetzung?
3. Kunde: Welche Kunden erreichen wir?
4. Konkurrenz: Wer ist mit dieser Idee oder etwas Vergleichbarem bereits auf dem Markt? Wie sieht zukünftig unsere Konkurrenz aus?
5. Kommunikation: Wie und mit welchen Mitteln kann man die Idee publik machen?
6. Kosten: Welche kosten werden entstehen? Sind sie vertretbar?

Die Fragen können selbstverständlich noch angepasst werden, passen aber in dieser Zusammenstellung für fast alle Ideenbewertungen. Auch hierbei gibt es durchaus KO-Fragen, mit denen man Ideen sehr schnell eliminieren kann. Die übrigen Ideen werden wieder verglichen und können mit Punkten gewichtet werden. Auch hier kann es sinnvoll sein, den Bewertungsprozess mehrere Male mit weiteren Informationen als Grundlage zu durchlaufen.

Fazit

Letztendlich werden Kreativprozesse erst dann erfolgreich und Ideen erst dann wertvoll, wenn man sie analysiert, bewertet und entsprechend weiterbearbeitet. Ansonsten bleiben die besten Ideen Schubladenhüter.