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Im Design Thinking arbeiten wir am liebsten mit fünf bis acht Personen zusammen. Dann gibt es nämlich die wenigsten Reibungsverluste und die schnellsten Einigungen beziehungsweise Entscheidungen. Natürlich lässt sich über die genaue Zahl streiten. Denn wie gut das Team ist, hängt letztlich nicht nur von der richtigen Anzahl, sondern vielmehr von den Kollegen und Aufgaben ab.

Sie haben die optimale Teamgröße, wenn...

... jedem die Rollen- und Aufgabenverteilung im Team bekannt und einleuchtend ist.
... jeder im Team gebraucht und nicht ersetzt werden kann.
... Informationen reibungslos und schnell ausgetauscht werden.
... alle Teammitglieder ad hoc mit Namen aufgezählt werden können.

Weitere Fakten zur Gruppendynamik:

1. Ein Drückberger reicht, um alles zu sprengen

Benjamin Walker hat in einer Studie untersucht, welchen Einfluss schwierige Persönlichkeit auf eine Gruppe bzw. deren Effektivität hat. Dazu wurden 158 Studenten in 33 Teams eingeteilt. Das Ergebnis: Ein einziger Faulpelz reicht, um sowohl das Gruppenergebnis als auch die Stimmung deutlich zu verschlechtern. Dieses Phänomen wird der Ringelmann-Effekt genannt.

2. Teams arbeiten physisch besser als virtuell zusammen

Teams, die physisch zusammenarbeiten, arbeiten auch besser zusammen. Das zeigt u.a. eine Havardstudie. Dabei wurden Texte und Studien untersucht von Teams, die räumlich näher beieinandersaßen. Das Ergebnis: Es wurden die besseren und gehaltvolleren Texte publiziert und auch gegenseitig öfters zitiert.

3. Öfter, nicht Mehr, ist besser

Das amerikanische Institute for Social Research an der Universität Michigan hat eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass Personen, die am lautesten sprechen und ihre Aussagen öfters wiederholen, auch am häufigsten Recht zugesprochen bekommen.

4. Unausgeschlafene Mitarbeiter sind teamfähiger

Je müder jemand ist, desto kooperativer wird es. Das zeigt zumindest das Ergebnis einer Studie von der University of London. Dabei hat Daniel Frings 171 Armee-Offiziersanwärter eine spezielle Wochenend-Rätsel-Übung absolvieren lassen. Dabei wurde sowohl in Teams, als auch alleine gearbeitet bzw. ein Teil der Kadetten war ausgeruht, der andere Teil hatte bereits eine Reihe an Nachtwachen und Übungen hinter sich. Das Ergebnis: Je munterer die Personen als Einzelkämpfer waren, desto besser schnitten sie ab. Bei den Teams zeigte sich aber, dass vor allem bei jenen Aufgaben, die flexibles Denken, Anpassung und Teamarbeit voraussetzten, diejenigen bessere Ergebnisse ablieferten, die müder waren.

5. Homogene Teams verhindern Ideen.

Im Rahmen einer Forschungsarbeit stellte Ana Burcharth stellte sie fest, dass kleinere Unternehmen oft Personen einstellen, die dieselben Hintergründe und Werte besitzen. Zwar können dadurch weniger Probleme innerhalb der Gruppen entstehen, andererseits verhindert dieses einseitige Denken auch etliche Innovationen. Viel tragischer noch: Externes Wissen wird oft abgelehnt und erst gar nicht nachgefragt.

6. Minderheiten manipulieren

Vier Probanden in einem Raum wurden farbige Dias gezeigt, die alle unterschiedliche Blautöne aufwiesen. Anschließend wurden die Teilnehmer gebeten, den Namen der Farbe zu benennen. An sich keine schwere Aufgabe. Wären da nicht eingeweihte Querulanten dabei gewesen, die steif und fest behaupteten, dass die Farbe grün und nicht blau wäre. Die Zahl der Personen, die meinten, dass die Farbe doch grün wäre, stieg sogar signifikant an: 8,4% aller Antworten lauteten Grün und 32% aller Teilnehmer meinten sogar, zumindest einmal ein grünes Dia entdeckt zu haben. Der sogenannte Minoritäts-Effekt tritt allerdings nur auf, wenn sich diese Minderheit nicht zuvor bereits durch atypisches Verhalten oder durch Zweifel an ihrer Kompetenz selbst disqualifiziert haben.

7. Helfende Kollegen steigern die Lebenserwartung

Eine Studie der Tel Aviv Universität beweist, dass die gute Zusammenarbeit unter Kollegen lebensverlängernde Wirkung hat. Zu Forschungszwecken wurden Krankenakten von mehr als 820 Arbeitnehmern 20 Jahre hinweg ausgewertet und gleichzeitig das Verhältnis der Teilnehmer zu deren Kollegen und Vorgesetzten abgefragt. Der Fokus dabei lag auf der Frage, ob und wie Kollegen etwa beim Lösen von Problemen halfen oder wie freundlich der Umgang miteinander war. Gleichzeitig wurde untersucht, wie sehr die Probanden das Gefühl hatten Kontrolle über ihren Job zu besitzen und Entscheidungen frei treffen zu können. Das Ergebnis: Je besser sich die Kollegen untereinander verstanden, desto gesünder waren sie. Dieser physische Effekt war besonders im Alter zwischen 38 und 41 Jahren deutlich sichtbar und wesentlicher, als jede Unterstützung durch den Chef.