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Wussten Sie, dass Ford drei Anläufe brauchte, bevor er sein Unternehmen gründen konnte? Oder dass Astrid Lindgren lange Zeit keinen Verleger für "Pippi Langstrumpf" fand? Oder nehmen Sie Steve Jobs, der von der eigenen Firma gefeuert wurde. Sie alle verbindet eines: Sie haben nach einem gescheiterten Projekt nicht aufgegeben, sondern weitergemacht. In jeder Biographie finden sich diverse Misserfolge, denn sie gehören einfach zum Leben dazu. Es geht darum, dass man wieder aufstehen muss, anstatt sich unterkriegen zu lassen.

Warum schmerzen Niederlagen?

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die wenig Fehlertolerant ist. Wir messen einander am Erfolg und bemitleiden bzw. verurteilen Misserfolge. Dabei sind gerade Niederlagen lehrreich und Basis für etwas Neues sein. Damit das allerdings funktioniert, ist es wichtig, dass Sie konstruktiv mit Fehlern umzugehen lernen.

Denkfehler: Intensity-Bias: Niederlagen werden überschätzt

Der Intensity-Bias beschreibt, wie schlecht Menschen darin sind, zukünftige Emotionen korrekt einzuschätzen. Die meisten von uns überschätzen sowohl die Dauer als auch die Intensität eines Gefühls, z.B. einer Niederlage.
Das hat ein Team von Forschern in Holland herausgefunden. Dazu wurde in Paaren Tests durchgeführt, Die eine Hälfte der Probanden wurde gefragt, wie schlimm ein Scheitern für sie wäre, die andere, wie sie sich bei einem Scheitern fühlen würden. Nach den Tests wurde allen mitgeteilt, dass sie den Test nicht geschafft hätten - unabhängig ihrer wirklichen Leistung. Die zur Aussicht gestellte Belohnung wurde also nicht ausgeteilt. Nach dieser Auskunft wurde wiederum gefragt, wie sich die TN fühlen würden. Das Resultat: Fast alle hatten das Ausmaß der tatsächlich gefühlten negative Gefühle weit überschätzt. In Wahrheit war das Gefühl viel weniger schlimm, als sie anfangs selbst vermutet hätten. Auch die Annahme, dass sie ein Schuldgefühl gegenüber den Partner hatten, war nicht so tragisch wie erwartet.

Mit Niederlagen umgehen

Jedes Scheitern fühlt sich anfangs wie ein großes, schwarzes Loch an. Vor allem, wenn man vorab noch viel Energie eingesetzt hat und sich lange auf etwas vorbereitet hat. Auch wenn das Leben weitergeht, ist es wichtig, dass Sie sich selbst zugestehen, dass Sie sich ärgern und unangenehme Gefühle haben dürfen. Wut, Trauer, Enttäuschung, Frustration und all die anderen Emotionen, die dadurch entstehen, sollten durchaus nicht unterdrückt, sondern wahrgenommen werden. Der Effekt: Dadurch ist es einfacher, aus der Niederlage zu lernen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.  

Achten Sie auf das richtige Vorgehen, wenn Sie aus dem Scheitern lernen wollen:

  • Zuerst wirklich nur objektiv analysieren und nicht schon nach Lösungsansätzen suchen.
  • Suchen Sie nach Ursachen und Gründen, nicht nach Schuldigen
  • Meiden Sie Selbstvorwürfe und Selbstzweifel: Nehmen Sie sich die Zeit und fangen Sie noch einmal ganz von vorne an. Was können Sie gut? Was begeistert Sie? Holen Sie sich dafür ruhig auch Feedback von den Menschen, die Sie gut kennen.
  • Gestehen Sie sich das Scheitern ein: Das ist einer der schlimmsten Schritte: Sich bewusst zu machen, dass man gescheitert ist, um das eigene Selbstbild aufrecht zu erhalten. Doch das Geschehene zu verleugnen, führt dazu, in der Situation stecken zu bleiben.
  • Jede Niederlage ist temporär und geht vorbei. Es geht darum, das Scheitern auch im Gesamtkontext zu sehen und weiterzumachen.
  • Seien Sie stolz auf Ihren Mut: Jedes Risiko birgt auch immer die Gefahr des Scheiterns in sich.
  • Setzen Sie sich neue Ziele und überlegen Sie sich, ob sich noch auf dem richtigen Weg sind oder ob Sie einen Kurswechsel brauchen.

Weiterführende Infos

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